Kreditsicherheiten

Kreditsicherheiten – was ist das?

Banken und Sparkassen verlangen bei der Kreditvergabe oftmals Sicherheiten – die Kreditsicherheiten. Diese werden in Sachsicherheiten und Personensicherheiten unterteilt. Die Bürgschaft gehört zum Beispiel zu den Personensicherheiten, während das Grundpfandrecht zu den Sachsicherheiten zählt. Kreditsicherheiten dienen geldgebenden Banken zur Sicherstellung ihrer Kredite. Diese schützen die Banken bei ausbleibenden Zahlungen – typische und weitverbreitete Kreditsicherheiten sind zum Beispiel die Grundschuld und die Hypothek. Beide werden als Grundpfandrechte bezeichnet. Nachfolgend erläutern wir die verschiedenen Arten von Kreditsicherheiten.

Als Faustregel kann man festhalten, je stärker die Kreditsicherheiten sind, umso günstiger sind die Konditionen. D.h. ein Autokredit, der über das Auto selbst abgesichert werden kann, ist mit Sicherheit günstiger als ein frei verwendbarer Kredit, dem keine Kreditsicherheiten gegenüberstehen. Hier ist unser Kreditvergleich mit äußerst günstigen Krediten:

1. Grundpfandrechte

Ein Grundpfandrecht bezeichnet das Pfandrecht an einem Grundstück. Dieses Recht lässt sich ein Darlehensgeber zur Sicherung für einen eingeräumten Kredit eintragen. Die Grundpfandrechte unterscheiden zwischen:

  1. Hypothek
  2. Grundschuld
  3. Rentenschuld

Allen drei Arten von Grundpfandrechten ist gemein, dass sie ein Pfandrecht an einem Grundstück aufweisen. Im Fall von Zahlungsverzug hat der Gläubiger damit das Recht, das gesicherte Grundstück zu verwerten, beispielsweise durch eine Zwangsversteigerung oder Zwangsverwaltung.

Wird die Grundschuld als Briefgrundschuld erfasst, kann sie auch als kostengünstige Sicherheit für weitere Darlehen genutzt werden. Dies erfolgt durch eine schriftliche Abtretungserklärung und Weitergabe des Grundschuldbriefs. Dahingegen wird die Buchgrundschuld lediglich ins Grundbuch eingetragen und kann auch hier als Sicherheit abgetreten werden, wenn das ursprüngliche Darlehen bereits abgezahlt wurde. Auf Antrag kann sie aber genauso aus dem Grundbuch wieder gelöscht werden. Jede Eintragung und Löschung im Grundbuch ist mit Kosten verbunden und erfordert einen Antrag und eine Bewilligung. Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

  • Notarkosten für die Beurkundung
  • Notarkosten für die Beglaubigung
  • Eintragsgebühren des Grundbuchamts

Ein Grundpfandrecht wird immer in der Abteilung III des Grundbuchs erfasst.

2. Grundschuld

Eine Grundschuld ist eine Kreditsicherheit, die zur Absicherung eines Kredits des Immobilienbesitzers dient. Hierunter wird verstanden, dass ein Immobilienkredit durch eine Eintragung ins Grundbuch mit einer Grundschuld abgesichert ist. Dies sichert die Bank im Fall von Zahlungsunfähigkeit ab, indem die Bank das Recht hat in solch einem Fall die Immobilie zwangszuvollstrecken. Mit dem Erlös wird der Kredit zurückgezahlt. Die Grundschuld wird fast immer bei einer Baufinanzierung verlangt oder bei höheren Krediten, z.B. bei einem 200.000 Euro Kredit.

Zusammen mit der Hypothek gehört die Grundschuld zu den Grundpfandrechten, welche das Verwertungsrecht bezeichnet, welches als Sicherung für einen Kredit dient. Eine Grundschuld ist im Gegensatz zu einer Hypothek nicht an eine bestimmte Forderung gebunden und nach Tilgung des Kredits muss nicht zwangsweise eine Löschung im Grundbuch vorgenommen werden. Der Eintrag im Grundbuch erfolgt in der Abteilung III und jeder, der ein berechtigtes Interesse hat, kann diesen Eintrag einsehen. Eine Grundbucheintragung kann ausschließlich von einem Notar vorgenommen werden und diese erfolgt im Rahmen einer Grundschuldbestellung.

3. Hypothek

Die Hypothek gehört ebenfalls zu den Grundpfandrechten – hierbei tritt der Hypothekennehmer Rechte an eine Immobilie ab. Im Gegenzug erhält er dafür andere Leistungen, meistens in Form eines Kredits. Die Hypothek ist ein beliebtes Sicherungsmittel für Kredite im Bankenwesen und der Wert des Objekts hat einen großen Einfluss auf die Höhe der Hypothek. Werden vertraglichen Verpflichtungen aus diesem Kredit nicht erfüllt, so kann der Hypothekengläubiger, der auch Hypothekar genannt wird, den Erlös aus einer Zwangsverwaltung oder Zwangsversteigerung nutzen um den Rückstand zu befriedigen.

In der sogenannten Zweckbestimmungserklärung ist genau geregelt, welche Forderungen der Gläubiger gegenüber dem Schuldner dabei hat. Gibt es mehrere Hypotheken, die auf ein Grundstück lasten, so gibt es einen bestimmten Rang, in dessen Reihenfolge die Gläubiger befriedigt werden. Durch Zahlung kann der Schuldner die Zwangsvollstreckung verhindern. Anders als bei der Grundschuld ist die Hypothek an einen bestimmten Kredit gebunden. Die Eintragung wird gelöscht, wenn der Schuldner eine löschungsfähige Quittung vorlegen kann. Die sogenannte Löschungsbewilligung von der Bank bestätigt, dass die der Kreditsicherheit dienende Eintragung gelöscht werden kann, da die Schuld getilgt ist. Mit dem Begriff Hypothek wird im allgemeinen Sprachgebrauch oftmals auch das Darlehen selbst bezeichnet.

4. Bürgschaft

Eine Bürgschaft ist ein Vertrag, in dem sich ein Bürge gegenüber einem Kreditgeber verpflichtet, für die Zahlung von finanziellen Verpflichtungen eines Dritten Hauptschuldners einzustehen. Mit der Verwertung der Bürgschaft als Sicherheit kann die Bank im Falle einer Zahlungsunfähigkeit den Kreditausfall kompensieren. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Bürgschaften:

  • Bürgschaft von Privaten – Familienangehörige oder Bekannte treten mit ihren eigenen Vermögenswerten für den Kredit ein und stellen somit eine Bürgschaft. Meistens werden hierbei selbstschuldnerische Bürgschaften vereinbart, wodurch die Bank sehr schnell an den Bürgen herantreten kann – auch dann, wenn noch keine Zahlungsunfähigkeit eingetreten ist. Im Unterschied dazu gibt es auch eine Ausfallbürgschaft, bei der die Haftung nur dann eintritt, wenn nachweislich ein Kreditausfall eingetreten ist.
  • Bürgschaft von einer Bürgschaftsbank – eine Bürgschaftsbank bietet verschiedenen Personengruppen Bürgschaften an, damit deren Kredite nicht an einer nicht vorhandenen Sicherheit scheitern. Bürgschaftsbanken werden aber bei einem Konsumentenkredit nicht verwendet, sondern sie dienen vielmehr der Sicherung von Unternehmenskrediten.

5. Pfandrecht

Das Pfandrecht wird im Paragrafen 1204 I BGB geregelt und dient einem Gläubiger dazu mit einem Pfandrecht gesicherte Forderungen im Fall einer Fälligkeit zu befriedigen. Das Pfandrecht geht zwangsweise mit dem Verlust des Besitzes an der Pfändungssache einher. Daher hat das Pfandrecht in der heutigen Praxis kaum noch Bedeutung und ist inzwischen von der Sicherungsübereignung weitestgehend ersetzt worden. Die früher bekannten Pfandhäuser nutzen zum Beispiel das Pfandrecht.

Zahlt ein Schuldner das Darlehen zurück, so erlischt automatisch das Pfandrecht an der Sache, wenn dieses akzessorisch vereinbart wurde. Das bedeutet, dass das Pfandrecht in seinem Bestand davon abhängt, ob die Forderung noch besteht. Ähnlich wie bei der Bürgschaft und der Hypothek kann ein Pfandrecht nicht selbstständig übertragen werden und geht automatisch mit der Forderung gemäß §§ 1250 I, 401 I BGB über. Wird der Kredit allerdings nicht zurückgezahlt, so eröffnen sich dem Pfandgläubiger alle Wege einer Versteigerung gemäß §§ 1228 I, 1235 I.

6. Sicherungsabtretung

Die Sicherungsabtretung ist eine sehr übliche Form der Kreditsicherheit, zum Beispiel wenn es um einen Privatkredit oder um einen Ratenkredit geht. Die Sicherungsabtretung dient dazu, einem Geldgeber eine Sicherheit für die Rückzahlung eines Kredits zu geben. Die Abtretung erfolgt dadurch, dass ein Schuldner eine ihm zustehende Forderung gegenüber einem Dritten an seinen Kreditgeber gemäß Paragraf 398 BGB abtritt. Der Darlehensgeber darf die Sicherheit allerdings zunächst einmal nicht verkaufen oder verwerten. Erst dann, wenn der Kredit nicht zurückgezahlt wird, hat der Gläubiger das Recht, seine an ihm abgetretene Forderung geltend zu machen. Dann zieht er die abgetretenen Forderungen bei der dritten Person ein und behält von dem Erlös den Anteil ein, den der Kreditnehmer ihm schuldet.

Die Sicherungsabtretung ist ein sehr häufig benutztes Kreditsicherheitsinstrument vor allem bei Arbeitnehmern. Denn in diesem Fall wird der Lohn- oder Gehaltsanspruch gegenüber dem Arbeitgeber abgetreten. Zahlt nun der Arbeitnehmer seinen Kredit nicht zurück, so wird der Kreditgeber auf den Arbeitgeber zutreten und einen Teil des Lohns verlangen. Dabei muss der Arbeitgeber die gesetzlichen Vorschriften zum Pfändungsschutz beachten, die im Paragrafen 850c ZPO geregelt sind. Weitere übliche Abtretungen sind auch Forderungen aus Kapitallebensversicherungen. Über solch eine Abtretung ist die Versicherungsgesellschaft zu informieren.

7. Sicherungsübereignung

Eine weitere Besicherung von Krediten, die in der Praxis gerne vorgenommen wird, ist die Sicherungsübereignung. Sie ist eine Eigentumsübertragung an die geldgebende Bank und eine Vereinbarung zwischen Schuldner und Bank, die aussagt, dass bei Nichterfüllung der Zahlungsverpflichtungen aus dem Kredit das Eigentum von der Bank verwendet werden darf. Die Sicherungsübereignung ist so beliebt, da im Gegensatz zum Pfandrecht bei der Sicherungsübereignung der Schuldner die beliehenen Sicherheiten in seinem Besitz lassen darf.

Durch die Sicherungsübereignung ist es möglich, dass der Kreditnehmer die übereigneten Dinge, wie beispielsweise eine Maschine oder ein Auto, weiter gebrauchen kann. Ein beliebtes Beispiel für eine Sicherungsübereignung ist der klassische Autokredit, bei dem das Auto von dem Kreditnehmer zwar benutzt wird, dieser aber die Zulassungsbescheinigung Teil II an die finanzierende Bank abgibt. Die Sicherungsübereignung wird auch dann angewendet, wenn Maschinen für ein Unternehmen wichtig sind und weiter genutzt werden müssen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Oft ist die Sicherungsübereignung die einzige Kreditsicherheit für Kreditnehmer, um überhaupt einen Kredit von der Bank zu erhalten – besonders dann, wenn kein Bürge und kein Immobilieneigentum vorhanden sind und die Bonität des Kreditnehmers für den Kredit nicht ausreicht.

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